Lebenslauf

Historisierendes Gemälde:
Mozart erläutert Süßmayr die
Vollendung des Requiems

Im Jahr 1766 (das genaue Datum ist nicht bekannt) wurde dem Mesner und Schulmeister Karl Franz Siessmayr von der mit ihm seit 1765 verheirateten Anna Maria Preisinger als erstes Kind der Sohn Franz Xaver geboren.
Die Schreibweise des Familiennamens war damals nicht eindeutig festgelegt und Franz Xaver hat später in seinen Kompositionen sowohl "Siessmayr" als auch "Süßmayr" gebraucht. (Näheres dazu unter Literatur: Erich Duda, Das musikalische Werk Franz Xaver Süßmayrs, bei "Signierungen".) 

Franz Xaver erhielt wohl von seinem Vater ersten musikalischen Unterricht, denn 1779, bei seinem Eintritt in das Gymnasium des Stiftes Kremsmünster, wurde er bereits als "Organista et Altista" geführt, später auch als "Tenor et Violinista". Durch die übrigen Fächer, in denen er unterrichtet wurde, erreichte er eine Bildung, die einem Musiker jener Zeit nur selten zuteil wurde.

In den späteren Jahren seiner Kremsmünsterzeit wurde er immer öfter zur Komposition von Kirchenmusik und ab 1785 auch für die Musik zu Theaterstücken, die in Kremsmünster aufgeführt worden sind, herangezogen.

Im Jahr 1787 endet seine Schulzeit, aber erst 1788 findet sich eine Spur, dass er in Wien lebt. Im gleichen Jahr hat er bereits Mozart kennen gelernt, denn in einem Brief erwähnt er, dass seine Operette "Der rauschige Hans", die er mit 6. März 1788 datiert hat, "unter der Leitung des seeligen, unsterblichen Mozart" entstanden ist.

In Wien verdiente er seinen Unterhalt wohl zunächst als Lehrer und Aushilfs-Musiker, war aber bis zum Tode Mozarts mit ihm befreundet und diente ihm als Kopist und Mitarbeiter. Er war daher prädestiniert, das unvollendete Requiem seines Meisters zu vollenden, doch ist bis heute weder der Umfang seiner Arbeit eindeutig geklärt, noch die Qualität seiner Ergänzungen unbestritten anerkannt.

Der Aufstieg Süßmayrs begann 1792 hauptsächlich mit seinen Opern, wobei die bekannteste „Der Spiegel von Arkadien“ (uraufgeführt 1794 im Theater an der Wien), in ganz Mitteleuropa gespielt wurde und allein in Wien mehr als achtzig mal aufgeführt worden ist. Nachdem er im k. k. Nationaltheater in Wien einige Zeit Kapellmeister-Substitut war, wurde er am 9. Juli 1794 Kapellmeister der deutschen Oper an diesem Haus.

Ab dem Jahre 1801 nahm seine Schaffenskraft, bedingt durch seine zunehmende Krankheit, rasch ab und am 17. September 1803 starb er an Lungensucht. Er wurde, wie Mozart, am St. Marxer Friedhof begraben, auch seine Grabstätte ist nicht mehr aufzufinden.